Stacks Image 109

Vertikale Spannungen

Die Installation befindet sich im Innenhof von Georg Trakls Geburtshaus. Die Klangmodule sind in einer vertikalen Linie entlang der Hausfassade positioniert. Dies ermöglicht es, das Klangmaterial entlang dieser Achse auszurichten und aus der Tiefe des Brunnens empor zu führen. Die Maske als formgebendes Element für die Klangmodule, agiert als eine Art negativer, personifizierter Spiegel (lat. „personare“ - „hindurchtönen“). Eingeleitet durch die Glockenschläge des Salzburger Doms, beginnen sich im Inneren der Zisterne eben diese mit Fragmenten von Georg Trakls Werk zu verschmelzen. Durch Verfremdung und Rhythmisierung des Materials wird ein neues Spannungs- und Assoziationsfeld aufgebaut, ähnlich einem Mantra oder Gebet. Anfang und Ende der jeweils verwendeten Gedichte verlieren so zunehmend an Bedeutung und werden als eine fragmenthaftes Ganzes erfahren. Das Aufsteigen des Materials nach Oben bildet die Suche nach eigenständiger Transzendenz, einer geistigen und künstlerischen Selbstverwirklichung, entlang der Vertikalachse. „Als er sich von seinem Gott verlassen sah, dem er zeitlebens nachgesonnen, nachgesungen hatte, als dieser Gott sich im galizischen Schlachthaus in Nichts auflöste, blieb ihm die Schwester als einzige sinnvolle Realität. An Trakls Ende steht nicht eine Fiktion, sondern ein Mensch!“ 'Georg Trakl: In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten' von Otto Basil erschienen im Rowohlt Verlag